005.03.10|Rotenburg
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Rotenburg -

Martin Schramm analysierte den Einzelhandel.
Das stellte Planungsamtsleiter Werner Scholz vor der Präsentation im Ratssaal fest. Er wies darauf hin, dass die Beratungsergebnisse der Arbeitsgruppe aus Kaufleuten, Grundeigentümern und dem Rat in das Konzept eingeflossen seien. Das Einzelhandelskonzept sei als Leitlinie für die Stadtentwicklung zu verstehen, und beinhalte eine Selbstbindung des Rates. Bebauungspläne seien darauf abzustellen. Martin Schramm von der BBE ergänzte, dass das Konzept auch Planungssicherheit für den ansässigen Einzelhandel bringe – bei Investitionsentscheidungen beispielsweise.
Im Sommer vergangenen Jahres wurden von der BBE die Verkaufsflächen in Rotenburg erhoben. Mehr als 52 000 Quadratmeter stehen hier insgesamt zur Verfügung, verteilt auf rund 200 Betriebe. Die Planungen für den Wümmepark flossen in die Erhebung bereits ein. Auffällig: Ein vergleichsweise hoher Anteil des Einzelhandels (116 Betriebe, 30 Prozent der Verkaufsfläche) konzentriert sich in der Innenstadt; insbesondere die zentrenrelevanten Sortimente reihen sich wie Perlen an der Schnur dort, wo auch die meisten Kunden unterwegs sind. Bei zwei Erhebungen (mittwochs und freitags) hat die BBE in der Großen Straße zwischen Kirchstraße und Neuer Markt 800 Personen pro Stunde gezählt. Vergleichbare Mittelzentren kämen auf teils deutlich höhere Werte, aber, so Schramm, da seien die Städte auch deutlich attraktiver.
Die Kaufkraft der Rotenburger gibt die BBE mit gut 122 Millionen Euro an. Fast 82 Prozent davon werden in der Stadt ausgeben, 22,5 Millionen fließen ab in Richtung Dodenhof, Weserpark aber auch ins Internet. Aus dem Umland fließen mehr als 53 Millionen Euro zu, davon allein 14 Millionen aus Scheeßel und 13 Millionen aus Bothel. Die Nachfrageanalyse gründet die BBE auf die telefonische Befragung von 240 Rotenburger und 260 Bürgern aus dem Umland, die einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung abdecken. Danach befriedigen 97 Prozent der Rotenburger ihren alltäglichen Bedarf in der Kreisstadt; aus dem Umland tendiert nur die Samtgemeinde Bothel (in Ermangelung entsprechender Angebote) nach Rotenburg. Anders bei der Bekleidung, wo die Rotenburger weniger als die Hälfte ihrer Nachfrage vor Ort befriedigen. 23 Prozent des Umsatzes geht in den Bremer Weserpark. Auffällig: Relativ mehr Marktbedeutung hat Rotenburg in dem Bereich für die Städte und Gemeinden im Umland. Und auch die Zufriedenheit damit ist im Umland höher.
Potenzial für den Rotenburger Handel sieht Martin Schramm in einer verbesserten Kaufkraftbindung. Allein in der Innenstadt stünden rund 4000 Quadratmeter Areal für zusätzliche Einzelhandelsangebote zur Verfügung. Die Randlage an der Mühlenstraße wird von Schramm als ungeeignet angesehen, weil hier Frequenz fehle. Für die Entwicklung der Einzelhandelsstruktur solle die „Rotenburger Liste“ erstellt werden, anhand derer die Zentrenrelevanz des Angebotes gecheckt werden könne. Folgt man den Empfehlungen der BBE, dann gehört der Wümmepark noch einmal auf den Prüfstand.
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